Heute durfte ich meinen Wahlkampfstand an einem der schönsten Orte Talheims aufbauen: mitten im Blumenmeer von Floristin Saskia, die emsig mit ihrer Mutter im Blumenhaus arbeitete und einen schöneren Blumenstrauß nach dem anderen kreierte.
Während ringsum die Bienen emsig ihrer Arbeit nachgingen, Blumen in allen Farben um die Wette strahlten und die Sommerhitze sich allmählich über Talheim ausbreitete, wartete ich gespannt auf den großen politischen Ansturm.
Er blieb aus.
Genauer gesagt: Ein einziger Talheimer interessierte sich für die Ziele und Beweggründe meiner Kandidatur.
Einer.
In Zahlen: 1.
Das entspricht ungefähr der Besucherzahl einer Gemeinderatssitzung, wenn kein Baugebiet beschlossen wird.
Dennoch war der Tag alles andere als unerquicklich. Denn was mir an politischer Neugier fehlte, wurde durch Gastfreundschaft mehr als wettgemacht.
Saskia und ihre Mutter kümmerten sich rührend um mich. Immer wieder wurde nachgefragt, ob ich genug Wasser hätte, ob alles in Ordnung sei und ob ich die Hitze einigermaßen überstehe. Ehrlich gesagt hätte ich es kaum besser treffen können.
Während andere Wahlkämpfer von Menschenmassen träumen, saß ich in einem Paradies aus Blüten, Düften und summenden Bienen. Das Ambiente war so schön, dass ich zeitweise vergaß, dass ich eigentlich Stimmen sammeln und nicht Urlaub machen wollte.
Vielleicht lag es auch daran, dass die Talheimerinnen und Talheimer heute klug priorisiert haben. Wer möchte bei über 30 Grad schon über Kommunalpolitik diskutieren, wenn man stattdessen Eis essen, der Eröffnung der NEUEN MITTE entgegenfiebern, im Schatten sitzen oder den Garten gießen kann?
Immerhin: Der eine interessierte Besucher war ausgesprochen nett. Und er verbrachte seine Kindheit ebenso in Schlesien, genau wie mein Papa. Ein schönes Gespräch hatte ich also allemal!
Und manchmal beginnt jede große Bewegung mit genau einer Person.
Falls also künftig jemand behauptet, meine Talheim-Tour sei ein Misserfolg gewesen, widerspreche ich entschieden.
Ich hatte die schönste Kulisse des gesamten Wahlkampfs, die freundlichsten Gastgeberinnen und einen hochinteressierten Besucher.
Manche Wahlkampfveranstaltungen bringen weniger zustande.
P.S.: Liebe Saskia, liebe Frau Mama: Vielen Dank für die Gastfreundschaft, das Wasser und die Fürsorge. Ihr habt gezeigt, dass Blumen nicht das Einzige sind, was in Talheim wächst – Herzlichkeit kann dort ebenfalls prächtig gedeihen. 🌻🌼🐝

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