Mössingen hat die Wahl: Dienstag, 30.6. oder Mittwoch, 01. Juli

Wenn der finnische Sommer die Seele berührt – „Das Sommerbuch“ im Mössinger Kino

Es gibt Filme, die unterhalten.

Es gibt Filme, die beeindrucken.

Und es gibt Filme wie Das Sommerbuch – Filme, die sich leise in das Herz schleichen und dort noch lange weiterklingen.

Wer derzeit das Mössinger Kino betritt (bei dieser Hitze! Abends in Innenräumen!!), betritt für zwei Stunden eine andere Welt. Eine kleine finnische Insel, umgeben vom Meer, durchzogen vom Wind des Nordens und erfüllt von jener stillen Magie, die Tove Jansson in ihrem weltberühmten Roman eingefangen hat.

Im Mittelpunkt stehen die junge Sophia und ihre Großmutter. Große Dramen sucht man vergeblich. Stattdessen entfaltet sich etwas viel Kostbareres: eine Geschichte über Nähe, Abschied, Fantasie, Alter und die Kunst, das Leben mit offenen Augen zu betrachten.

Gerade darin liegt die außergewöhnliche Stärke dieses Films.

Während viele Produktionen immer lauter, schneller und spektakulärer werden, wagt „Das Sommerbuch“ das Gegenteil. Mit der amerikanischen Hauptdarstellerin Glenn Close. Einer alten Frau mit Falten und Gebrechen. Der Film vertraut auf Stille. Auf Blicke. Auf Gespräche. Auf das Licht eines finnischen Sommerabends, das scheinbar nie ganz verschwindet.

Die Bilder sind schön. Felsen, Bäume, Wasser und Himmel verschmelzen zu einer Landschaft, die zugleich rau und tröstlich wirkt. Man meint fast, den Duft von Salz, Moos und Erde zu spüren.

Und doch ist „Das Sommerbuch“ weit mehr als ein Naturfilm.

Es ist eine Erinnerung daran, dass die wichtigsten Dinge im Leben oft unscheinbar sind: Zeit miteinander, gemeinsames Schweigen, ein Gespräch auf der Veranda, das Staunen über eine Wolke oder das Lachen über eine kleine Verrücktheit des Alltags.

Vielleicht berührt der Film gerade deshalb so sehr, weil er etwas zeigt, das in unserer hektischen Welt selten geworden ist: echte Aufmerksamkeit.

Für Menschen.

Für die Natur.

Für den Augenblick.

Dass dieser Film ausgerechnet jetzt im Mössinger Kino läuft, könnte kaum besser passen. An einem warmen Sommerabend ins Kino zu gehen, sich in die finnische Inselwelt entführen zu lassen und anschließend mit einem etwas ruhigeren Herzen wieder hinauszutreten – das ist beinahe schon ein kleines Geschenk.

Und es ist zugleich eine wunderbare Gelegenheit, Stefan Schlegel und unser lokales Kino zu unterstützen. Denn Kinos wie das in Mössingen sind mehr als Orte für Filme. Sie sind Orte der Begegnung, der Kultur und der gemeinsamen Erlebnisse.

Wer „Das Sommerbuch“ sieht, verlässt den Saal nicht mit dem Gefühl, einen Film konsumiert zu haben. Man verlässt ihn mit dem Eindruck, einen Sommer erlebt zu haben.

Einen finnischen Sommer.

Mitten im Steinlachtal.

(mit Einführung in das Werk Tove Janssons um 20 Uhr, Filmbeginn 20.15 Uhr)

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