Beschädigte Demokratie

Das Wort Idiotes (griechisch ἰδιώτης) stammt aus dem antiken Griechenland.

Wer sich nur um sein Privatleben kümmerte und sich aus der öffentlichen Politik der Polis heraushielt, galt als „unsozial“, da von Bürgern politisches Engagement erwartet wurde. Daher wandelte sich der Begriff zu „Unkundiger“ oder „Laie“. Dass sich dieser Begriff im Laufe der Zeit etwas unschön weiterentwickelt hat, ist eine andere Geschichte.

Nun gut: In einer Stadt mit rund 20.000 Einwohnern ist statistisch kaum zu vermeiden, dass auch ein paar „idiotes“ unterwegs sind und Demokratie mit Dekoration verwechseln und glauben, politische Beteiligung bestehe darin, Plakate zu beschädigen. Das ist bedauerlich, aber keine große Überraschung.

Wahlplakate zu zerstören ist aber in unserem Falle kein Streich, sondern ein Angriff auf die demokratische Auseinandersetzung.

„Hängt sie höher!“ (- Am besten so hoch, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt…)

Offenbar gibt es Menschen, die so große Angst vor einer parteilosen Kandidatin haben, dass sie ihre Argumente lieber an Wahlplakaten auslassen. Das ist natürlich äußerst mutig: Einfach mal draufhauen anstatt sich kreativ zu betätigen und das Plakat zu verschönern. Aber ein Plakat kann sich ja eh nicht wehren.

Wer andere Meinungen nicht mag, sollte sie mit Argumenten bekämpfen, nicht mit Vandalismus.

Besonders deppert ist diese Form des politischen Engagements deshalb, weil der Wahlkampf nicht von einer Parteizentrale, sondern von Bürgerinnen und Bürgern finanziert wird. Jedes zerstörte Plakat bedeutet für uns, dass aus ohnehin knappen Spenden nicht mal eben neue finanziert werden können.

Deshalb ein herzliches Dankeschön an alle Plakatzerstörer: Sie erinnern uns daran, wie wichtig eine unabhängige Kandidatur für Mössingen ist. Und fordern uns geradezu auf, Sie, lieber geneigter Wähler und liebe großherzige Wählerin, um ihre mühsam verdienten Kröten zu bitten.

Und an alle anderen, die nicht uns, sondern unseren lieben Herrn Oberbürgermeister wählen:

Wenn Sie der Meinung sind, dass politische Auseinandersetzungen besser mit Argumenten als mit Vandalismus geführt werden sollten, dann zeigen Sie Solidarität. Mit Ihrer Spende helfen Sie dabei, die entstandenen Schäden auszugleichen und dafür zu sorgen, dass demokratische Wahlmöglichkeiten nicht an ein paar zerstörten Plakaten scheitern. Von daher würde sich das Wahlkampfteam über weitere finanzielle Zuwendungen freuen, vielleicht ist damit dann auch noch eine kleine Anzeige im Amtsblatt drin?!

Demokratie ist teuer genug. Man muss sie nicht auch noch mutwillig teurer machen.

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Wahlkampfspenden mit dem Verwendungszweck „Mössinger OB-Wahl 2026“ bitte an

Claudia Jochen (Kontoinhaberin) bei der Sparda-Bank,
IBAN: DE33 6009 0800 0006 2844 52

Falls ich gewählt werden sollte, spende ich die Summe der Spenden für den Wahlkampf an das Mössinger Projekt RESCO.

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