Fahrrad fahren ist notwendig

Fahrrad fahren ist notwendig – Öffis fahren auch!

Dabei geht es nicht einfach ums Radeln und Bus und Zug fahren, es geht um unsere Zukunft.

Weg von der Autofixierung

„Es geht um die Frage, wie wir leben wollen, wie wir uns bewegen wollen. Die zentrale Frage ist die Systemfrage. Wir müssen weg von der Autofixierung. Wir brauchen ein vernetztes, barrierefreies System, dass Verkehrsarten intelligent verknüpft, motorisierte Mobilität reduziert, Distanzen minimiert und den Mensch und seinen Lebensraum endlich wieder in den Mittelpunkt stellt. ….“

So Prof. Dr. Heiner Monheim, einer der prominentesten Verfechter einer zukunftsfähigen Verkehrswende. Er gilt als Mitgründer des ADFC und VCD. Er war von 1995 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2011 Professor für Angewandte Geographie, Raumentwicklung und Landesplanung an der Universität Trier. Seit vielen Jahren kämpft er für eine moderne, innovative Verkehrspolitik.

Monheim in Mössingen

Wir hatten das Glück, ihn 2020 zur Diskussion über das Großprojekt B27 neu einladen zu können und dabei die Kernpunkte seiner Verkehrs- und Fahrradpolitik kennen zu lernen. Leider nahmen auf unsere Einladung hin weder unser Oberbürgermeister noch der Gemeinderat an dieser hochkarätigen Veranstaltung teil, nach dem Motto:

„Meine Meinung steht fest. Verwirren Sie mich nicht mit Argumenten.“

Das Fahrrad ist kein isoliertes Verkehrsmittel

Monheim sieht das Fahrrad nicht als isoliertes Verkehrsmittel, sondern als Baustein eines multimodalen Netzes (d.h. die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für einen Weg), das durch ÖPNV, Carsharing und Fußwege ergänzt wird.

An dieser Stelle möchten wir der zukunftsfähigen Regelung von Mössingens innerstädtischem Busverkehr ein Lob aussprechen. Die Entwicklung des innerstädtischen Fahrradnetzes hat allerdings noch viel Platz nach oben.

Die Fahrradinitiative „Critical Mass“ hat schon vor Jahren ein Radverkehrskonzept erarbeitet, das den Radverkehr als gleichberechtigten Teil des Verkehrs betrachtet. Sie beschreibt den Radalltag in Mössingen wie folgt:

„Wer die Karl-Jaggy-Straße rauf oder runter fährt, fühlt sich selbst auf dem Schutzstreifen von Lastwagen und schnellen Autos bedrängt. Beim Kreisel an der Volksbank mündet der Radweg völlig unübersichtlich auf die Straße, an der Ampel bei der Martin-Luther Kirche gefährdet man als Radler Fußgänger, beim Gesundheitszentrum wird man von ausparkenden Autos gefährdet und auf dem Radweg durch Bästenhardt nach Sebastiansweiler durchgerüttelt, usw. und so fort.“

Critical Mass fordert die jährliche Bereitstellung von Haushaltsmitteln zum Ausbau der Radinfrastruktur, sichere Radwege, sichere Schulverbindung Belsen – Mössingen, Maßnahmen zur Reduzierung von Parkplatzsuchverkehr und einiges mehr.

Außerdem wird mit mehr Fahrrädern statt Autos die Luft besser. Und gesund ist es auch noch!

Unsere Inspiration fürs notwendige Fahrradfahren holen wir vom finnischen Allroundkünstler M.A. Numminen, siehe hier:

 

2 Kommentare zu „Fahrrad fahren ist notwendig“

  1. Avatar von P.Gacmenga
    P.Gacmenga

    Ich bin Fußgänger und möchte das bleiben. Wie sieht meine Bewegung aus? Um etwas zu erleben nehme ich mir ein Ziel in Mössingen und laufe los. Da ein Wind von hinten an mir vorbei – es war ein Escooter. Um die Ecke dann plötzlich zwei Jugendliche im Wettrennen auf Fahrrädern auf mich zu, solange man zur Seite springen kann gar kein Problem. Einige Meter weiter kommt eine ältere Frau gemütlich angefahren, ist natürlich viel sicherer! Dann auf der anderen Straßenseite ein Escooter mit drei Kindern, das macht Spaß. Der geht dann weiter als mir zwei junge Männer auf Fahrrädern mit kraftvollen Pedaltritten entgegenfahren, natürlich nebeneinander denn man möchte sich ja auch unterhalten wenn man ein gemeinsames Ziel hat! Wie schon einmal hilft ein Sprung zur Seite. Es gäbe noch viele solcher Eindrücke, aber wen interessiert das schon. Am wenigsten den OB Bulander, denn den kann man darauf aufmerksam machen was in „seiner“ Stadt auch geschieht – nur hat er keine Zeit für solche „Geschichten“, kein Interesse, oder er arbeitet woran auch immer!!!

    1. Avatar von chefinnin

      Lieber Herr Gacmenga,
      vielen Dank für Ihren Kommentar!
      Ja, gefährliches Verhalten gilt es zu unterbinden. Wie wäre es mit mehr Kontrollen auf den Wegen? …wer Strafzettel bekommt, ändert sein Verhalten eher. Manche Menschen kann man nur über den Geldbeutel erziehen!
      Es grüßt Sie recht freundlich
      Ihre
      Claudia Jochen

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