Das Glück der Welt liegt in Gomaringen.
Und ist 12 qm groß.
Eine Insel der Harmonie, ja, eine wahre Käseglocke des Friedens und der Mitmenschlichkeit im kriegstobenden Erdenrund, mit einem Wort: Eden.
Diese Insel der Glückseligkeit nennt sich Backhaus.
Gelegen neben einem asphaltierten Parkplatz.
Und da wollen viele Gomaringer rein, um auf unterschiedlichste Art zu backen.
Es soll auch gewalgt und gebrutzelt und geratscht und getratscht werden über Fragen wie:
Was will er, der Mitbürger?
Will er Brötchen, Mürbteig oder Pita?
Plätzchen oder Hefeteig?
Oder lieber Bratapfel, sogar Eintopf, gar Schweinehals?
Pizza oder Roggensauerteigbrot?
Womöglich sogar Roggensauerteig noch in der Nachofenwärme gebacken, die ganze Nacht muss das Brot durchschwitzen, damit auch das ganze Wasser draußen und der Laib somit länger haltbar sei.
Wie tickt der Mitmensch?
Wo kann man den Fremden kennenlernen, der mir seine Sicht auf die Welt erklärt?
Ja, wo?
Auf 12 qm im Herzen Gomaringens: Im Backhaus.
Man möcht’ es gerne wissen, beim Walgen, Brutzeln, Braten und Raten und Ratschen. Ins Gespräch kommen mit Urgomm’raringar, mit Geflüchteten, mit Ex-Großstadtbewohnern oder mit Älblern aus Upflamör, Gauselfingen und Hörschwag.
VARSTAO lernen. VERSTAUETSE? VERSCHDANDEDSE?
Verstehen Sie zum Beispiel etwas von Hefeteig, Mürbeteig, glutenfreien Backwaren? Gar Zöliakie, LGBTQIA oder das Leben in anderen Dörfern, Städten, Ländern oder gar Erdteilen? Berichte und Rezepte wollen ausgetauscht werden. Über Bürokratie will gelacht werden. Demokratie will schätzen gelernt werden. Und das auf ganzen 12 qm!
Fest steht jetzt schon: Da wollen mindestens 50 Menschen in das 12qm-Paradies.
Wie soll das angehen? Indem man etwa zusammenrückt?
Im Gegenteil: Gomaringen expandiert und vermehrt sein Glück. Das Backhaus soll sich ausdehnen in die Geschichtswerkstatt und im Sommer erobert der Gomaringer Beach dann den schnöden Parkplatz. Ja wo gibt es denn sowas? Die Menschen erobern den Verkehrsraum! Das Auto verliert! Außerdem ist ja das Schloss einen Katzensprung entfernt, auch dort ist Platz genug für die Glücksexpansion. An Ehrenamtlichen fehlt es jedenfalls nicht und Engel können ja nicht nur in Gomaringen leben. Vielleicht exportieren diese Gommring’r ja das Glück ins gesamte Steinlach-Wiesaz-Tal? Hernach schwappt es über ins Ammertal und Gäufelden, hinaus in die ganze Welt und was wäre dann? Hach. Dann wäre Frieden.
Frieden in der Gomaringer Käseglocke Eden und Frieden auf der Welt. Und das alles ausgehend von 12 qm Gomaringen.

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